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Der Stern von Betlehem

Dezember 13, 2019

Der Stern von Bethlehem – in der Advents- und Weihnachtszeit ziert er wieder tausendfach Wohnzimmer, Schaufenster, Bäume. Ob dieser Stern mit einem astronomischen Ereignis identifizierbar ist, ist schwer zu sagen. Manche denken an eine Supernova (explodierender Stern), andere an einen Kometen (da kommt der Schweif her), manche an eine spezielle Planetenkonstellation (dann wären es eigentlich mehrere „Sterne“). So ganz genau passt der in Matthäus 2 erwähnte Stern zu keiner dieser Möglichkeiten.

Aber es ist klar, wofür der Stern in der Geschichte steht: Er ist ein Zeichen, das die Sterndeuter den Weg zu Christus finden lässt – wobei auch dazugehört, dass sie zuerst am falschen Ort suchen und erst im zweiten Anlauf beim neugeborenen König landen.

Zeichen, die uns den Weg zu Christus, den Weg zum Frieden, den Weg zum erlösten Leben finden lassen – schenkt sie uns Gott auch heute noch?

Mir kommt eine Frau in den Sinn. In einer sehr herausfordernden Lebenssituation sah sie im Gottesdienst, wie per Beamer auf die Wand projiziert wurde: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ Jos 1,9 Sie dankte mir nach dem Gottesdienst, dass ich den Vers in die Powerpointpräsentation geschrieben habe, er habe ihr unglaublich gutgetan. Ich habe allerdings den Vers gar nicht hingeschrieben, ich habe zu einem ganz anderen Text gepredigt, es hat auch niemand sonst den Vers gesehen. Ich kann mir nicht erklären, was passiert ist – aber die Frau hat den Vers gesehen. Es war für sie ein starkes Zeichen, dass Gott sie nicht allein lässt.

Mir kommt auch in den Sinn, wie wir als Gemeindevorstand durch Solothurn zogen und beobachteten, was uns auffiel. Unter anderem wurden uns da die Marktstände zu einem Zeichen dafür, dass wir uns mit der Frage beschäftigen, was denn unser besonderes Angebot als Kirche ist. Und es führte uns dazu, den Schwerpunkt auf die Spiritualität zu legen.

Immer wieder erzählen Menschen, wie ihnen ein Naturerlebnis, eine Begegnung, ein Gegenstand, eine Krankheit etc. zu einem Zeichen wurde, das ihnen etwas bewusst machte oder sie einen Schritt weiterführte. Manchmal finden wir den Weg nicht auf Anhieb, es braucht zwei oder drei Anläufe. Aber es scheint mir, dass Gott uns auch heute Zeichen schenkt, die uns zu Christus führen, wo wir Frieden und Leben in Fülle finden.

In herzlicher Verbundenheit

Urs Rickenbacher

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