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Reden, Schweigen

"Ich habe kaum je bereut, zu wenig gesagt zu haben, aber häufig, zu viel."

John Wesley (1703 - 1791)

Leitartikel

Berge

Berge – einerseits verbinden wir damit Verlässlichkeit und Nähe zu Gott, andererseits stehen sie für Bedrohungen und Sorgen.

Im zweiten Sinn haben wir die Berge nicht so gern. Was gäben wir manchmal dafür, wenn wir Berge beiseiteschaffen könnten. Oder können wir das vielleicht sogar? Jesus sagte einmal: „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.“ (Matthäus 17,20)

Schwierige Worte, die nur allzu leicht Allmachtsphantasien wecken und dann auch zu Enttäuschungen führen!

Was können wir bewegen, wenn wir glauben? Legendär sind die Versuche des „Frommen Chaoten“ (geschrieben von Adrian Plass), wenigstens einmal eine Büroklammer zu bewegen – allein durch die Kraft des Glaubens. Aber nicht einmal das schaffte er. Wie soll jemand einen ganzen Berg versetzen? Ein Kommentator schreibt ganz lapidar: „Der Glaube hat noch nie Berge versetzt!“ Oder haben Sie je von jemandem gehört, dem dies gelungen ist?

Was können wir denn bewegen, wenn unser Glaube nur so gross wie ein Senfkorn ist? Die Aussage Jesu steht im Zusammenhang mit der Heilung eines Kranken. Das macht deutlich, dass „Berge versetzen“ symbolisch zu verstehen ist, im Sinn von „etwas Unmögliches tun“. Dann verheisst uns Jesus also: „Wenn ihr glaubt, dann werdet ihr Dinge bewirken, von denen ihr denkt, dass sie unmöglich sind.“ Tatsächlich können wir dies erfahren: Manchmal werden Dinge Wirklichkeit, die wir nicht für möglich hielten: Kranke werden gesund. Vom Hass bestimmte Menschen werden zu Friedensstiftern. Starre Unrechtssysteme werden überwunden.

Natürlich zeigt die Erfahrung auch: Nicht immer wird das Unmögliche Wirklichkeit. Aber Jesu will uns Mut machen, nicht von vornherein zu denken: „Da gibt es nichts zu machen, da gibt es nichts zu hoffen.“ Vielmehr dürfen und sollen wir uns im Glauben für jene Kraft öffnen, die in Jesus Christus den Tod überwunden hat. In diesem Glauben können wir beten und handeln. Und wir werden staunen, was für Berge versetzt werden. In herzlicher Verbundenheit

Urs Rickenbacher, Pfarrer

United Methodist Church